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Stammhaus Memories Tuesday - Teil 1

Wir hatten 1979 unser neues Haus bezogen. Finanziell war also ein Familienurlaub in einem Hotel bis dahin noch nicht möglich. 1983 bot sich die Möglichkeit, über unsere Ortskirche mit Kaplan Dauner eine Busreise in den Neubergerhof zu unternehmen.  Was waren wir gespannt! Als wir mit dem Bus über den Walserberg fuhren, rief Jochen, unser Ältester, damals 10 Jahre alt, voller Erstaunen: „Ohhh -  die Berge!“ Unsere Kinder, Steffen 6 Jahre alt, sahen diese Bergwelt zum ersten Mal.

Im Hotel angekommen, wurden wir sehr freundlich in der alten Rezeption empfangen. Aus Kostengründen hatten wir damals ein Zimmer im neuen Trakt (der jetzt renoviert wird) für alle 4 zusammen gebucht, was in so mancher Nacht zu kleinen Turbulenzen (davon später) führte. In diesem Zimmer, zu dem ein breiter Treppenaufgang führte, fühlten wir uns wie Könige.

Tagsüber wurden Ausflüge unternommen, und abends, nachdem die Kinder ihre Quartiere bezogen hatten, wurde richtig gefeiert bis in die frühen Morgenstunden. Es ergab sich auch, dass wir eine Mini-Band dabei hatten: Karl Obernitz mit seinem Akkordeon und ich mit der Gitarre. So langsam verabschiedeten sich dann auch unsere besseren Hälften, sie mussten ja mal nach den Kindern sehen; doch wir Männer hielten noch an der alten langen Theke die Stellung. Unser Kellner Leo hatte schon vor Müdigkeit manchmal den Kopf auf der Theke abgelegt, er reagierte aber sofort wieder, wenn eine neue Lage Obstler auf den überdimensionierten Schnaps-Bretteln  geordert wurde.

Und so geschah es auch, dass es nächtens im Schlafzimmer zu Turbulenzen kam. Fast im Morgengrauen suchte ich mit der Gitarre in der Hand unser Gemach auf. Frau und Kinder schliefen fest. Trotz aller mir in diesem Zustand noch möglichen Vorsicht stolperte ich über abgestellte Schuhe, stürzte, aber geistesgegenwärtig hielt ich in der hocherhobenen Hand meine Gitarre. Dieser war zum Glück nichts passiert. Meine Familie war hellwach, und sie lachten, was das Zeug hielt. Der Papa mit der Gitarre in der Hand rücklings auf dem Teppichboden liegend.

Da es uns das erste Mal im Neubergerhof so gut gefallen hatte, war und ist über all die Jahre dieses Kleinod unsere angesagte Urlaubsadresse. Selbst unsere Enkelin Maite, die mit ihren Eltern in Rotterdam lebt, war schon zweimal mit im Neubergerhof. 1984 war in den Herbstferien der Neubergerhof wieder unser Reiseziel. Diesmal mit unserem nagelneuen Opel Rekord (ohne Servolenkung, Klimaanlage, Navi usw.)  Mit dem alten Opel Kadett wäre ja eine weite Urlaubsreise nicht möglich gewesen. Was waren  wir so stolz auf unser neues rotes Auto, das sogar im Radio-Teil ein Kassetten-Fach aufwies, aus dem unablässig Andy Borg trällerte.

Oma Reiter (Evi) freute sich immer, dass unsere beiden Buben einen so mächtigen Appetit hatten; Sepp kochte aber auch hervorragend. Ganz verschliffen waren die Beiden auf Evis mit Sahne gefüllten Schwäne aus Blätterteig.

Unseren Buben wurde es nie langweilig, waren doch da Seppi und Marion, oft auch die Buben von Leo und Elfriede. Da wurde im Stall oder am Bach gespielt. Spezielle Spielgeräte gab es kaum, aber das machte die Kinder nur noch erfinderischer. Und sie waren immer in Rufweite. Besonders beliebt bei ihnen war das Schwimmbad, damals noch keine Selbstverständlichkeit für ein Hotel. Wenn das Toben dort gänzlich überbordete, wusste der Seniorchef augenblicklich kraft seiner Autorität für Abhilfe zu sorgen.

Unsere beiden Jungs waren sehr zielstrebig, was das Erlangen der Hütten-Stempel anbelangte. Und so hatten wir in den kommenden Jahren alle Stempel  zusammen und die goldene Wandernadel erreicht. Noch heute hängen bei uns im Haus die Wanderstöcke der Buben mit den aufgenagelten Plaketten.

In den ersten Jahren, in denen die finanzielle Situation noch etwas angespannt war, buchten wir für die Buben ein Zimmer im ganz alten Trakt, ohne Bad und Toilette. Das haben wir geschickt umgangen, da sie ja die Dusche und die Toilette in unserem Zimmer mitbenutzen konnten.

Unvergessen bleiben die Heimatabende und die langen Nächte in der Kellerbar. Dort standen ein Nagelklotz und eine Musikbox, die eifrig gefüttert wurde. Heute weiß ich, dass unser Spaß für die Gastgeber oft ein riesiger Stress war. Nicht selten mussten uns die Reiters bis in die frühen Morgenstunden bewirten. Wir konnten schlafen, diese aber nicht, die Arbeit rief sie schon wieder.

Nach dem Tod unserer Eltern bzw. Großeltern beschlossen wir, künftig das Weihnachtsfest im Neubergerhof zu feiern. Seit dieser Zeit war unser Stammzimmer im Stammhaus die Nr. 516, das immer für uns reserviert war.  Und da ich Kinder über alles mag, habe ich für diese über 16 Jahre den Weihnachtsonkel Claus gespielt. Den Kindern eine Freude zu bereiten, bereitete mir selbst die größte Freude.  (Wir warten mit dem Onkel Claus auf den heiligen Nikolaus!) Heute sind bereits Erwachsene an Weihnachten im Neubergerhof zu Gast, die sich noch gut als Kinder an meine ersten frei verfassten Schneeflöckchen-Geschichten erinnern können.

Dann hat die Pandemie (20/21) uns Weihnachten einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht. Meine neue Geschichte für die Kinder war  in meinem Kopf bereits fertig. Es war für mich kein schönes Weihnachtsfest, hatte ich mich doch wieder so sehr auf die Kinder im Neubergerhof gefreut. Und nun ist es die Gesundheit, die mir mitspielt, sodass der Weihnachtsonkel zwar zur Vergangenheit, aber zu meinen schönsten Erinnerungen an den Neubergerhof gehört. 

Ich wünsche mir und meiner Familie nur, dass wir noch etliche gemeinsame Urlaube in unserem geliebten Neubergerhof verbringen dürfen und wir freuen uns schon riesig, wenn wir in der Stammgästewoche unser renoviertes Zimmer 516 beziehen können.

Mit einem freudigen Holereiduliöh
Euer Stammgast Claus mit Familie

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