Familie Reiter begrüßt Sie im 4-Sterne Hotel Neubergerhof in Filzmoos

Warum der Skipass Geld kostet...

Unser Magazin #neuesvomberg

Bei den derzeitigen Temperaturen (auch im Bergdorf Filzmoos haben wir die hochsommerlichen 30 Grad geknackt) ist es doch mal an der Zeit auch an die kalte Jahreszeit zu denken. Winterurlaub in Österreich ist ja doch ein spannendes und interessantes Thema.

Skiurlaub für die Familie zählt dabei zu den Hauptgründen. Neben Hotel, Skischule und Skiausrüstung ist auch der Skipass ein Kostenfaktor, den ich heute gerne näher beleuchten möchte. Die Preise der Skitickets rufen nämlich hin und wieder ein Seufzen hervor. So teuer? Ja, es ist richtig. Der Skilauf ist nicht günstig. Aber man muss fairerweise doch das "warum & weshalb" hinterfragen. Sehr interessant und hilfreich ist dabei eine Statistik, die der Skiverbund Ski amadé bereits vor einigen Jahren zum Winter 2013/14 herausgebracht hat. Die Zahlen sind mittlerweile natürlich nach oben zu korrigieren, dennoch erhält man einen guten Eindruck über den Aufwand, welche die Bergbahnen in Filzmoos und natürlich die Wintersportorte in Österreich zu bewerkstelligen haben. 

Der Ursprung des Skiverbunds liegt in den 1980er Jahren, wo sich Bergbahnen und Tourismusverbände im Bereich Pongau zusammen schlossen. Zunächst erfolgte eine wechselseitige Anerkennung der Liftkarten, später eine Werbegemeinschaft. Im Jahr 2000 schlossen sich 270 Skilifte und 25 Gemeinden zusammen und installierten die Ski amadé Gesellschaft.

Welche Regionen und Orte gehören zum Skiverbund Ski amadé?

Salzburger Sportwelt: Flachau, Wagrain, St. Johann/Alpendorf, Radstadt, Altenmarkt-Zauchensee, Kleinarl, Eben, Filzmoos, Goldegg

Schladming-Dachstein: Schladming (Planai), Rohrmoos (Hochwurzen), Pichl (Reiteralm), Ramsau am Dachstein mit Dachstein-Gletscher, Haus im Ennstal (Hauser Kaibling), Forstau (Fageralm), Gröbming (Stoderzinken), Pruggern (Galsterbergalm)

Gastein: Bad Gastein, Bad Hofgastein, Dorfgastein, Sportgastein

Hochkönig: Maria Alm, Dienten, Mühlbach

Großarltal: Großarl, Hüttschlag


Wie groß ist der Skiverbund Ski amadé?

Ski amadé = 760 Pistenkilometer davon 275 km leichte (blau)- , 390 km rote (mittel) - und 95km schwarze (schwer) Pisten. 

Ski amadé = 270 Liftanlagen (90 Sesselbahnen, 47 Kabinenbahnen, 81 Schlepplifte, 52 Übungslifte

Das gesamte "Innergebirg" (so nennt man im Salzburger Land das Gebiet der Gebirgsgaue) lebt direkt oder indirekt vom Tourismus. Es gibt 4.985 Beherbergungsbetriebe welche insgesamt knapp 100.000 Gästebetten vermieten. Somit werden 10% der Gästebetten Österreichs gestellt. Wieviele Arbeitsplätze dadurch bei uns geschaffen werden konnte ich leider nicht eruieren. Aber es werden nicht wenige sein. Alleine die Bergbahnen beschäftigen 1.400 Mitarbeiter, davon 550 ganzjährig. 

Was macht nun also den Skipasspreis aus?

Zu einem großen Teil liegt dies an der maschinellen Beschneiung, welche nicht mehr wegzudenken ist. Dafür ist weniger der Klimawandel verantwortlich, sondern eher das Qualitätsbewusstsein und die Ansprüche der heutigen Skifahrergeneration. Wenn man mit den Eltern bzw. Großeltern spricht, wird man merken, dass es vor dem Einsatz von  Schneekanonen ab den 80er Jahren keine perfekt präparierten Pisten von Anfang November bis Ende April gegeben hat. Viel mehr waren es vorher richtige „Buckelpisten“ und keine flach präparierten Schneeautobahnen wie es sie heute gibt. Teils schneefreie Stellen auf den Pisten waren gang und gäbe. Mit dem heutigen Skimaterial (Stichwort Carvingski) und den damit verbundenen höheren Geschwindigkeiten ist dies natürlich nicht mehr möglich und entsprechende Pistenbedingungen sind Grundvoraussetzung.

Ebenso ist das Argument, dass es heute nicht mehr soviel schneit wie früher nicht korrekt. Genaue Aufzeichnungen darüber führt der Skitourismusforscher Günther Aigner. So liegt der schneeärmste Winter in Salzburg gar schon fast 100 Jahre zurück (Winter 1921).

Es heißt "technischer Schnee", nicht "Kunstschnee"!
Somit sind heute in der Ski amadé bereits 90% der Pistenflächen technisch beschneibar. Über 4000 „Schneekanonen“ stehen dafür zur Verfügung. Die Kosten für einen Kubikmeter Schnee lagen 2013/14 bei ca. EUR 3,50. Pro Skitag werden durchschnittlich ca. EUR 6,75 pro verkauftem Ticket für die maschinelle Beschneiung aufgewandt, wenn die benötigte Infrastruktur & Personal hinzugerechnet wird. So wurden in den letzten Jahren in Filzmoos fast 4 Mio. Euro in Beschneiungsanlagen investiert. Einrichtungen die aber auf den ersten Blick nicht erkennbar sind.

Tausche Einfamilienhaus gegen Pistengerät...
Die Pistenpräparation ist ebenso essentiell. Wie oben schon beschrieben sind die Ansprüche hoch. Entsprechende Werbebilder von Webseiten und Prospekten wecken selbstverständlich diese Ansprüche. Wußtet ihr, dass ein neues Pistengerät mal eben EUR 350.000 kostet. Sonderausstattungen wie z.b. Seilwinden für die ganz steilen Pistenabschnitte, sind hier noch nicht inkludiert. Ca. 130 Stück davon fahren in der Ski amadé herum…

Dann wird natürlich auch in neue Liftanlagen investiert. Die Tendenz zu „höher, schneller, weiter“ muss sicherlich kritisch hinterfragt werden, denn wieviel der Geldbeutel der Gäste und (am wichtigsten) unsere Natur verträgt, liegt natürlich im Auge des Betrachters. Ob Komforteinrichtungen wie Sitzheizung beim Sessellift und Marmorklo am Berg bei einer Outdoorsportart angemessen sind? Ich weiß es nicht. Fakt ist, dass die Menschheit dazu neigt sich lieber Superlativen zu erzählen als vom Durchschnitt. Und somit sind diese marketingtechnisch wichtig um sich von Mitbewerbern abzusetzen. Und diese kosten Geld.

Beschneiung und Investitionen sind sicherlich die größten Kostenfaktoren. Pacht für Pistenfläche, Löhne und Gehälter, Steuern, Wartung und Revision von Liftanlagen und Gerät, Werbung, lfd. Investitionen zu EDV, Lesegeräten, Lagerhallen und Gebäude usw. kommen natürlich auch noch hinzu.

Wirtschaftsmotor Bergbahn

Unseren Bergbahnen geht es sicherlich nicht schlecht. Und das ist auch gut so. Wie man den obigen Zeilen entnehmen kann ist der Wintersport im Westen Österreichs der Wirtschaftsmotor schlechthin und sicherlich auch mit ein Grund, warum wir diesen Lebensstandard genießen können.

Sepp Reiter
ARTIKEL GESCHRIEBEN VON

Sepp Reiter
am 31.07.2018
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